Der Gingilos ist ein Berg am Omalos-Plateau bei den Weißen Bergen auf der Insel Kreta. Der oberhalb der Samaria-Schlucht gelegene Berg bietet sowohl ein vielseitiges Wandererlebnis als auch unglaubliche Aussichten. In diesem Beitrag zeigen wir dir, was dich auf dem Gingilos erwartet und wie die Wanderung zum Gipfel verläuft.
Inhaltsverzeichnis
Was ist der Gingilos und was zeichnet ihn aus?

Der Gingilos, manchmal auch Gigilos genannt, ist ein eindrucksvoller Berg im Westen Kretas, genauer gesagt direkt oberhalb des Omalos-Plateaus.
Die Highlights der Wanderung im Überblick
- Panoramablicke auf das Omalos-Plateau: Bereits kurz nach dem Start bieten sich weite Ausblicke über die beeindruckende Hochebene sowie die umliegenden Gipfel der Weißen Berge.
- Beeindruckende Felsformationen und Höhlen: Entlang des Weges prägen ungewöhnliche, teils spektakuläre Felsformationen das Landschaftsbild, darunter auch kleinere Höhlen.
- Vielfältige Pflanzen- und Tierwelt: Die Wanderung führt durch eine artenreiche Berglandschaft, in der seltene Pflanzenarten wie kretische Wildkräuter sowie gelegentlich Raubvögel beobachtet werden können.
- Gipfelerlebnis auf 2080 Metern: Vom Gipfel des Gingilos bietet sich ein weitläufiger Rundumblick über die Insel Kreta, die Bergketten und bei klarer Sicht bis zum Libyschen Meer.
- Ausblick auf die Samaria-Schlucht: Vom höchsten Punkt aus erhält man einen besonderen und eindrucksvollen Einblick in die bekannte, tiefe Schlucht.
Mit seinen etwa 2080 Metern zählt er nicht gerade zu den höchsten Gipfeln der Insel – trotzdem hat er sich einen gewissen Namen gemacht. Und das, ehrlich gesagt, zu Recht. Denn wenn du einmal unten am Eingang der berühmten Samaria-Schlucht stehst und den Blick nach oben richtest, erkennst du sofort: Dieser Gipfel hat Persönlichkeit.
Besonders auffällig ist seine schroffe, fast zerklüftete Erscheinung, die ihm einen ziemlich markanten Charakter verleiht. Er wirkt schon aus der Ferne eher wild und unzugänglich, was den Reiz einer Wanderung nur umso mehr erhöht.
Hinzu kommt, dass der Gingilos eine faszinierende Mischung aus kahlem Fels, steilen Hängen und tiefen Schluchten bietet – und zwischendurch immer wieder atemberaubende Aussichten auf die umliegenden Berge und das Libysche Meer in der Ferne.
Gerade seine Lage am Rand des Nationalparks Lefka Ori (die „Weißen Berge“) macht den Gingilos zu einem spannenden Ziel, das sowohl erfahrene Wanderer als auch Naturliebhaber gleichermaßen anzieht.
Der Berg steht zudem für eine gewisse Ursprünglichkeit: Kaum Infrastruktur, keine Seilbahnen oder ausgebaute Straßen. Nur du, der Pfad und die unberührte Natur. Genau das macht ihn zu einem echten Highlight für alle, die das authentische Kreta erleben möchten.
Vorbereitung der Wanderung auf den Gingilos

Planung
Eine sorgfältige Planung ist essenziell, um die Wanderung auf den Gingilos sicher und entspannt zu erleben. Informiere dich rechtzeitig über die aktuelle Wettervorhersage und die Bedingungen am Berg, da diese sich rasch ändern können.
Berücksichtige außerdem, dass die beste Wanderzeit von Juni bis November reicht, da außerhalb dieser Monate Schnee und Eis den Aufstieg erschweren können. Plane deine Anfahrt frühzeitig und starte idealerweise früh morgens, um möglichen Wetterumschwüngen am Nachmittag zuvorzukommen und genügend Zeit zu haben.
Ausrüstung
Eine angemessene Ausrüstung ist für die Gingilos-Wanderung unverzichtbar. Robuste, gut eingelaufene Wanderschuhe mit stabiler Sohle geben dir auf dem steinigen und unwegsamen Gelände optimalen Halt.
Ziehe dich nach dem Zwiebelprinzip an, sodass du dich je nach Wetterbedingungen flexibel an- oder ausziehen kannst.
Packe außerdem Regenkleidung ein, um auf plötzliche Wetterwechsel vorbereitet zu sein.
Für die Orientierung empfiehlt sich ein voll aufgeladenes Handy mit einer digitalen Wanderkarte oder Navigations-App (eine Karte findest du weiter unten in diesem Beitrag). Wanderstöcke können hilfreich sein, um deine Gelenke auf dem anspruchsvollen Weg zu entlasten.
Sorge darüber hinaus dafür, dass du ausreichend Trinkwasser und energiereiche Verpflegung dabeihast.
Ein angemessener Sonnenschutz, bestehend aus Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung, schützt dich vor intensiver UV-Strahlung in großer Höhe.
Anfahrt und Parksituation für die Gingilos-Wanderung
Der Startpunkt für die Wanderung auf den Gingilos befindet sich am Eingang der Samaria-Schlucht, bekannt als Xyloskalo, auf etwa 1.230 Metern Höhe auf dem Omalos-Plateau.
Die folgende Karte zeigt dir, wo sich der Startpunkt und ebenso der Parkplatz befindet:
Anfahrt mit dem Auto
Von Chania aus führt die Straße über die Ortschaften Lakki und Fournes hinauf zum Omalos-Plateau. Die Strecke ist insgesamt gut ausgebaut, weist jedoch einige kurvenreiche Passagen auf. Man sollte etwa eine Stunde Fahrzeit einplanen.
Parkmöglichkeiten:
Direkt am Eingang zur Samaria-Schlucht stehen Parkplätze zur Verfügung. Diese bieten in der Regel genügend Kapazität; allerdings kann es in der Hochsaison oder an Wochenenden voll werden. Daher empfiehlt es sich, frühzeitig vor Ort zu sein, um sicher einen Parkplatz zu bekommen.
Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Es gibt Busverbindungen von Chania zum Omalos-Plateau, die ebenfalls am Schluchteingang halten. Da sich die Fahrzeiten saisonabhängig unterscheiden, ist es ratsam, vor der Wanderung die aktuellen Fahrpläne zu überprüfen.
Durch die unkomplizierte Erreichbarkeit und ausreichende Parkmöglichkeiten ist Xyloskalo ein geeigneter Ausgangspunkt für die Wanderung auf den Gingilos.
Gingilos Wanderkarte
Detaillierte Tourbeschreibung
Damit du eine genaue Vorstellung von der Gingilos Wanderung bekommst, haben wir hier eine detaillierte Routenbeschreibung für dich.
Etappe 1: Anfänglicher Aufstieg
Die Gingilos Wanderung am Parkplatz der Samaria-Schlucht. Hier führt ein schmaler Wanderweg, der direkt gut gekennzeichnet ist, den Berg hinauf. Du kommst anfänglich an einer kleinen Bergtaverne da vorbei und erhältst direkt einen Blick auf den Gingilos. Es sind die E4 Kennzeichnungen, die du am Weg findest. Nach wenigen Höhenmetern durchquerst du ein kleines Tor und lässt den Eingangsbereich zur Samaria Schlucht hinter dir.
Der Weg selbst ist hier sehr schön, eine typisch-mediterrane Berglandschaft mit Sträuchern und Felsen.
Die Aussicht über die Region wird mit jedem Höhenmeter, den du zurücklegst, besser. Insbesondere ist dabei auch der Bock auf die Weißen Berge im Osten hervorzuheben.
Nach insgesamt etwa 100 Höhenmetern beginnt ein Abschnitt, der dich weitere 100 m serpentinenartig hinaufbringt. Die Aussicht ist nun auch nach Norden wunderschön, wo du bereits das Omalos-Plateau mit dem Omalos-See, die Berge dahinter und ganz im Hintergrund das Meer sehen kannst.
Etappe 2: Geniale Aussichten und markante Felsen
Danach kommst du auf einen etwas flacheren Abschnitt, der in Richtung Südwesten verläuft und dir weiterhin einen Blick auf den Gingilos gewährt. Die Landschaft ändert sich hier und du kannst jetzt auch mehr von der direkten Berglandschaft vor dir sehen. Die markanten Felsformationen am Berghang stechen hervor und bieten dir eine noch bessere Sicht, während du entlang des flachen und idyllischen Wanderwegs läufst.
Es geht dann etwas abwärts und du kommst an eine Weggabelung, die mit einer gelb-schwarzen Stange gekennzeichnet ist. Der Pfad nach rechts würde dich auf einen anderen Gipfel bringen, den Srifomadi. Zum Gingilos geht es allerdings links weiter.
Du wanderst unterhalb einer gigantischen Felsformation und kommst dann zu einem riesigen steinernen Torbogen. Der Weg verläuft durch ihn hindurch. Entlang des Berghangs führt der Weg dich dann zu weiteren Felsformationen, wobei du zwischen zweien davon wie durch ein weiteres Tor hindurchläufst.
Etappe 3: Besteigung des Gingilos-Gipfels
Jetzt folgt der eigentliche Aufstieg zum Gingilos Gipfel. Über ein riesiges Geröllfeld verläuft die Route in Serpentinen den Berghang hinauf. Dieser Abschnitt kann sich etwas ziehen, bringt sich aber gut hinauf und ist auch problemlos begehbar.
Die markanten Felsen, die seitlich und über dir thronen, geben dir zusätzlich zum atemberaubenden Blick zurück, etwas zu bestaunen.
Letztlich kommst du auf einen Sattel, von dem du geniale Aussichten nach Norden und Süden bekommst. Es ist ein optimaler Ort zum Rasten.
Als Teil des letzten Aufstiegs kommt noch mal ein kleiner Abschnitt, auf dem sich der Untergrund komplett verändert. Schichtgestein bildet ein ganzes Feld, über das der Weg nun verläuft. Es ist erstaunlich, wie vielfältig die Tour durch all diese Elemente wird.
Oben angekommen, bist du noch nicht ganz am Gipfel, aber du kannst ihn bereits sehen. Abgesehen davon ist die Aussicht hier schon atemberaubend. Der Blick über die Berge auf das Meer, die Sicht von oben auf das Omalos-Plateau mit dem See und auch die Perspektive, aus der du die Weißen Berge sehen kannst, sind einfach genial.
Der letzte Abschnitt bis zum Gipfel besteht aus Kraxelei, wobei die Route aber wie zuvor gelb markiert ist. Er verleiht der Gingilos Wanderung noch mal ein zusätzliches abenteuerliches Element.
Der Gingilos-Gipfel
Am Gipfel angekommen, sind die Aussichten grandios. Du bekommst ein wunderschönes Panorama der Weißen Berge, Weitsicht bis übers entfernte Meer und natürlich eine einmalige Aussicht auf das Omalos-Plateau eingebettet in die wunderschöne Berglandschaft. Eine derartige Perspektive bekommt man nur auf dem Gingilos.
Etappe 4: Abstieg
Die Route für den Rückweg ist hier dieselbe, auf der du den Berg auch bestiegen hast. Halte dir im wahrsten Sinne des Wortes aber dabei immer die Aussicht vor Augen, die sich zu deinen Füßen ausbreitet. Abstieg und Rückweg mögen etwas Zähes und auch für Manche Lästiges haben. Nie vergessen solltest du aber, dass du beim Abstieg auch dauerhaft einen Ausblick hinab und in die Ferne hast.
Unsere Erfahrungen bei der Gingilos Wanderung
Als wir im Oktober im Westen Kretas unterwegs waren war der Gingilos ein Wanderziel, dass wir nicht missen wollten. Wir waren zuvor bereits auf anderen Bergen der Insel, wie dem Pachnes. Auch wenn der Gingilos nicht ganz so hoch ist, bot er uns ein wirklich besonderes Wandererlebnis.
Besonders haben uns dabei zwei Dinge gefallen:
- Die Vielfalt der Wanderung: Die Kombination aus dem idyllischen Wandern in der ersten Hälfte der Route durch üppige Vegetation und markante Felsen sowie dem abenteuerlichen Aufstieg weiter oben empfanden wir als unglaublich lohnenswert.
- Die einzigartigen Aussichten: Durch die Lage des Gingilos war der Ausblick über das Omalos-Plateau perfekt. Es war für uns, als würden wir von einem Berg, der auf einem anderen Berg platziert ist, herunterschauen, bis in die Ferne auf das Meer.
Wenn du einen Urlaub auf Kreta machst und gerne in den Bergen wanderst, dann ist der Gingilos einfach genial! Diese Möglichkeit, eine so wunderschöne und spektakuläre Umgebung sowie Aussicht zu bekommen, haben wir selbst sehr genossen.
FAQ
Wie lange dauert die Wanderung auf den Gingilos?
Die Wanderung nimmt insgesamt im Durchschnitt fünf bis sechs Stunden in Anspruch. Die genaue Dauer hängt von deinem individuellen Tempo und der Länge der Pausen ab, die du einlegst. Es ist ratsam, den ganzen Tag für diese Tour einzuplanen.
Welchen Schwierigkeitsgrad hat die Wanderung?
Die Route wird als schwer eingestuft. Sie erfordert Trittsicherheit, gute Kondition und an einigen Stellen besondere Aufmerksamkeit, da Kraxelei notwendig ist. Während der Anfang noch gut für unerfahrene Wanderer machbar ist, wird es zum Gipfel hin anspruchsvoller.
Ist die Wanderung für Kinder geeignet?
Für kleine Kinder ist die Tour nicht geeignet, da der Weg stellenweise steinig, schmal und exponiert ist. Ältere, wandererfahrene Kinder könnten die Strecke allerdings zusammen mit erfahrenen Erwachsenen bewältigen.
Welche Ausrüstung ist für die Gingilos-Wanderung erforderlich?
Für diese Wanderung sind festes, rutschfestes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung, ausreichend Wasser, Sonnenschutz, Regenschutz und Proviant unbedingt empfehlenswert.
Lässt sich die Wanderung auf den Gingilos gut mit der Samaria-Schlucht kombinieren?
Beide Wanderungen sind eigenständig recht anspruchsvoll und zeitintensiv, weshalb es empfehlenswert ist, sie auf separate Tage zu verteilen.
Welche Risiken gibt es bei der Gingilos-Wanderung zu beachten?
Zu den typischen Risiken zählen rasche Wetterumschwünge, mögliche Steinschlaggefahr und ausgesetzte Wegabschnitte. Eine gute Vorbereitung, angepasste Ausrüstung sowie Umsicht während der Tour sind daher sehr wichtig.
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