Gipfelkreuz auf der Bschlaber Kreuzspitze mit Blick über den langen Grat der Lechtaler Alpen

Elmer Kreuzspitze & Bschlaber Kreuzspitze: Grat-Überschreitung im Lechtal

Drei Kreuzspitzen an einem Tag, ohne zweites Auto: Diese Tour führt von Elmen über die Elmer, die Mittlere und die Bschlaber Kreuzspitze im Tiroler Lechtal – eine einsame Grat-Überschreitung mit Bus-Zubringer zum Start. 11,8 km, rund 1600 Höhenmeter und eine der schönsten Rundumsichten, die wir in den Lechtaler Alpen bisher hatten.

Zusammenfassung
Streckentour
Strecke
11,8 km
Gehzeit
7 h ➝ 9 h
Höhendifferenz
1580 Hm / 2483 m
Schwierigkeit
Mittel➝Schwierig
Fitnessbedarf
Technik- / Erfahrungsbedarf
Langer, ausgesetzter Gratweg mit anhaltender Trittsicherheitsanforderung; technisch kein Klettersteig, aber alpine Erfahrung und gute Ausdauer nötig.
Diese Daten wurden von uns selbst erfasst, um eine noch bessere Einschätzung zu leisten. Daher können sie von den Daten in Apps abweichen.

Zuletzt geprüft am 26. September 2026.

Tipp: Streckenabschnitte auf der Karte anklicken oder die Sprungmarken an den Etappen nutzen, um direkt zur passenden Stelle zu springen.

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anfahrt regiobus elmen
anfahrt regiobus elmen

Start der Tour: mit dem Regiobus 155 geht es morgens von Bschlabs nach Elmen.

stablalm wegweiser
stablalm wegweiser

Bei der Stablalm zeigt der Wegweiser hinauf zum Kreuzspitzkamm.

aufstieg sonne schlucht
aufstieg sonne schlucht

Aufstieg durch eine sonnendurchflutete Schlucht Richtung Grat.

schmaler gratweg
schmaler gratweg

Ab hier beginnt der lange, schmale Gratweg zwischen den Kreuzspitzen.

gipfelkreuz bschlaber kreuzspitze
gipfelkreuz bschlaber kreuzspitze

Am Ziel: Gipfelkreuz auf der Bschlaber Kreuzspitze.

gratkamm panorama allgaeu
gratkamm panorama allgaeu

Vom Gratkamm reicht der Blick bis zu den Allgäuer Alpen.

goldene stunde grat
goldene stunde grat

Abstieg im goldenen Abendlicht Richtung Bortigscharte.

nachtwanderung stirnlampe
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Die letzten Kilometer nach Bschlabs gehen wir im Dunkeln mit Stirnlampe.

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Beide Ausgangsorte, Elmen und Bschlabs, liegen im Naturpark Tiroler Lech – einem 2004 gegründeten, gut 4.138 Hektar großen Schutzgebiet rund um den Lech, der als letzter frei fließender Wildfluss im nördlichen Alpenraum gilt. Direkt am Start in Elmen liegt mit dem Naturparkhaus Klimmbrücke auch der zentrale Informationspunkt des Naturparks – ein guter Ort, um sich vor der Tour über aktuelle Bedingungen zu informieren.

Wir sind die Strecke am 26. September 2026 bei perfektem Spätsommerwetter gegangen – und haben am Ende mit Stirnlampe die letzten Kilometer nach Bschlabs zurückgelegt. Alles, was wir unterwegs gelernt haben, haben wir in diesen Guide gepackt: Anfahrt per Bus, die Tour in vier Etappen, Einschätzung zur Schwierigkeit, unsere Packliste und unseren ehrlichen Erfahrungsbericht.

Inhaltsverzeichnis

Die Tour auf einen Blick

Die Streckentour führt von Elmen im Lechtal über die Elmer Kreuzspitze (2470 m), die Mittlere Kreuzspitze und die Bschlaber Kreuzspitze (2462 m, bei uns aufgezeichnet 2483 m) über die Bortigscharte hinunter nach Bschlabs. Der Clou: Ihr braucht kein zweites Auto und keinen Shuttle, weil der Regiobus 155 euch morgens von Bschlabs nach Elmen bringt – ihr geht die Tour also ohne Rückweg zum Startpunkt, sondern wandert einmal quer durch die Bergkette zurück zu eurem Auto.

Zonen & Gebiete
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Das Highlight ist der lange Gratweg von der Elmer über die Mittlere bis zur Bschlaber Kreuzspitze: Er verläuft über mehrere Gipfel und Scharten mit freier Sicht in alle Richtungen – an einem klaren Tag reicht der Blick weit in die Allgäuer und Lechtaler Alpen hinein. Trotz des Spitzenwetters an unserem Tourtag waren wir fast den ganzen Weg allein unterwegs, was die Tour zusätzlich besonders gemacht hat.

Gipfelkreuz auf der Bschlaber Kreuzspitze mit Blick über den langen Grat der Lechtaler Alpen
gipfelkreuz bschlaber kreuzspitze

Warum diese Tour besonders ist

Die meisten Beschreibungen, die man zu dieser Gegend findet, behandeln die Elmer Kreuzspitze und die Bschlaber Kreuzspitze als zwei getrennte Ziele: eine Stichtour von Elmen aus mit Rückweg zum selben Parkplatz, oder eine zweite Stichtour von Bschlabs aus über die Bortigscharte. Beide Varianten sind für sich genommen bereits anspruchsvolle Halbtagestouren. Was dabei oft zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass zwischen den beiden Gipfeln ein durchgehender, grandioser Gratweg verläuft – der Anhalter Höhenweg, der laut Wegweiser an der Stablalm für die komplette Strecke von der Kreuzspitze bis Bschlabs rund fünfeinhalb Stunden veranschlagt.

Wer beide Gipfel an einem Tag verbindet, bekommt die Überschreitung, statt zweimal denselben Weg zu gehen – und spart sich durch den morgendlichen Bus-Zubringer sogar die Logistik mit einem zweiten Fahrzeug. Für uns war genau das der Reiz dieser Tour: eine lange, einsame Gratwanderung mit echtem Ziel am anderen Ende des Tals, statt eines Hin-und-zurück auf demselben Pfad.

Beste Jahreszeit

Saison-Ampel
Empfehlung nach Monaten

Die Tour führt über weite Strecken durch steiles, teils felsdurchsetztes Grasgelände, das bei Nässe, Schnee oder Vereisung schnell rutschig und gefährlich wird – sowohl der Aufstieg zur Elmer Kreuzspitze als auch der Weg zur Bschlaber Kreuzspitze werden bei solchen Bedingungen von erfahrenen Tourengängern und lokalen Quellen ausdrücklich nicht empfohlen. Sinnvoll ist die Überschreitung daher im Kern der Sommer- und Frühherbstsaison, etwa von Ende Juni bis Anfang Oktober, wenn die Grashänge trocken und schneefrei sind. Wir sind Ende September bei stabilem Hochdruckwetter gegangen – nicht zu heiß, nicht zu kalt, mit sehr guter Fernsicht, aber auch mit spürbar kürzeren Tagen, was bei der Zeitplanung mitbedacht werden sollte (siehe unten).

Vor einem Start lohnt sich in jedem Fall ein aktueller Wetterblick: Gewitter auf dem exponierten Grat sind ebenso ein Ausschlusskriterium wie Neuschnee oder nasses, rutschiges Gras in den steilen Passagen. Ein zusätzlicher Blick ins Naturparkhaus Klimmbrücke in Elmen oder auf die Seiten des Naturparks Tiroler Lech kann helfen, aktuelle Wegezustände und Hinweise einzuholen, bevor ihr losgeht.

Vorbereitung & Packliste

Für eine Tour dieser Länge und Höhenlage solltet ihr frühzeitig losgehen und ausreichend Pufferzeit einplanen – bei uns waren es am Ende inklusive aller Pausen und Fotostopps knapp zwölf Stunden von der ersten Busfahrt bis zur Ankunft in Bschlabs. Einkehrmöglichkeiten gibt es auf der reinen Streckenführung kaum (die Stablalm liegt am Anfang des Aufstiegs), verpflegt euch also selbst ausreichend mit Wasser und Proviant. Plant außerdem einen Plan B ein: Wer auf dem Grat von schlechtem Wetter überrascht wird, sollte wissen, an welcher Stelle sich ein Abstieg ins Tal anbietet, statt die komplette Überschreitung durchzuziehen.

Du kannst diese Packliste für deinen Ausflug verwenden. Die Liste merkt sich Haken, die du setzt, sodass du zwischendurch unterbrechen und später weitermachen kannst. Du kannst die Liste auch als PDF- oder Textdatei herunterladen. Über die Buttons mit dem Einkaufswagen kannst du passende Produkte finden.

Unser wichtigster Packlisten-Tipp aus eigener Erfahrung: Nehmt die Stirnlampe nicht nur “für alle Fälle” mit, sondern rechnet bei einer Tour dieser Länge im Spätsommer oder Frühherbst aktiv damit, dass die letzten Kilometer im Dunkeln enden können. Wir hatten unsere dabei – und waren froh darum.

Anfahrt: Auto & ÖPNV

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln (unsere Empfehlung)

Der große Vorteil dieser Streckentour: Ihr müsst kein zweites Fahrzeug organisieren. Parkt euer Auto beim Wanderparkplatz an der Kirche in Bschlabs und nehmt morgens den Regiobus 155 von Bschlabs Dorf nach Elmen – von dort startet ihr die Wanderung und kommt am Ende zu Fuß wieder zurück zum Auto. Prüft die aktuellen Abfahrtszeiten vorab beim VVT (Verkehrsverbund Tirol), da Busfahrpläne sich ändern können. Wer ohne eigenes Auto anreist, erreicht das Lechtal mit der Bahn bis Reutte und von dort weiter mit dem Bus ins Tal.

Startpunkt Elmen (Bushaltestelle Dorf): ca. 47,3388, 10,5419
Zielpunkt/Parkplatz Bschlabs (Wanderparkplatz an der Kirche): ca. 47,3077, 10,5852

Mit dem Auto

Elmen liegt im Lechtal direkt an der B198, gut erreichbar über die A7 (Ausfahrt Vils) und weiter über Reutte, alternativ über den Fernpass. Bschlabs erreicht ihr von Elmen aus über die im Sommer geöffnete Hahntennjochstraße. Wer keinen Bus nutzen möchte, kann alternativ mit zwei Autos pendeln (eines in Elmen, eines in Bschlabs abstellen) oder die Tour als Hin- und Rückweg ab einem der beiden Ausgangspunkte planen – dafür müsst ihr allerdings mit deutlich mehr Strecke und Höhenmetern rechnen, da die durchgehende Grat-Überschreitung dann wegfällt.

Die Tour im Detail

Etappe 1: Elmen – durch den Stablwald zur Stablalm

Vom Busausstieg in Elmen führt der Weg zunächst durch den ruhigen Stablwald stetig bergauf. Am frühen Morgen war hier außer uns niemand unterwegs – die ersten Sonnenstrahlen fielen gerade durch die Fichten, als wir loswanderten. Der Wald hier gehört zu den alten Bergwäldern des Naturparks Tiroler Lech und wirkt entsprechend ursprünglich: dichter Nadelwald, bemooste Steine, kaum Lärm außer dem eigenen Schritt.

Regiobus 155 an der Haltestelle Elmen Dorf im Lechtal, Startpunkt der Elmer Kreuzspitze Wanderung
anfahrt regiobus elmen

Unterwegs im Wald steht eine kleine Infotafel zum Dreizehenspecht, einem seltenen Bewohner alter Bergwälder oberhalb von etwa 1200 m – ein nettes Detail am Wegesrand, das zeigt, wie ursprünglich dieser erste Streckenabschnitt noch ist. Der Weg selbst ist hier technisch unproblematisch, aber bereits spürbar steil, sodass man sich gut einlaufen kann, bevor es alpiner wird.

Nach dem Waldstück öffnet sich der Blick auf die Stablalm. Hier trifft der Weg von Elmen auf den Kreuzspitzkamm-Zustieg, und ein Wegweiser zeigt die weitere Route: zur Kreuzspitze, weiter zur Kreuzspitze-Bschlabs (laut Schild rund 3 Stunden ab hier) und auf den Anhalter Höhenweg (rund 5,5 Stunden bis Bschlabs, rund 9 Stunden auf der Gesamtroute laut Wegweiser). Diese Angaben sind reine Gehzeiten ohne Pausen – plant für euch selbst entsprechend großzügiger.

Wegweiser an der Stablalm Richtung Kreuzspitze, Kreuzspitze-Bschlabs und Anhalter Höhenweg
stablalm wegweiser

Etappe 2: Aufstieg zum Kreuzspitzkamm und zur Elmer Kreuzspitze

Ab der Stablalm wird es deutlich alpiner: Der Weg steigt in Kehren durch eine enge, sonnendurchflutete Schlucht und dann über offene Grashänge zum Kreuzspitzkamm auf. Dieser Abschnitt ist konditionell der anspruchsvollste der ganzen Tour – stetiger, teils steiler Aufstieg ohne nennenswerte Verschnaufpausen, dafür mit immer weiteren Ausblicken zurück ins Tal.

Sonnendurchflutete Schlucht beim Aufstieg zum Kreuzspitzkamm oberhalb der Stablalm
aufstieg sonne schlucht

Am Kreuzspitzkamm angekommen, erreicht ihr den eigentlichen Grat. Von hier bis zur Elmer Kreuzspitze auf rund 2470 m führt der Pfad über zunehmend felsiges, teils schon leicht ausgesetztes Gelände – nichts, was Kraxeln erfordert, aber Trittsicherheit ist ab hier Pflicht. Der erste Blick vom Grat hinunter auf beide Seiten macht schlagartig klar, warum diese Tour nicht für Anfänger gedacht ist – und warum sie gleichzeitig so lohnend ist.

Etappe 3: Die große Gratüberschreitung – Elmer, Mittlere und Bschlaber Kreuzspitze

Das ist das Herzstück der Tour: ein langer, schmaler Gratweg, der die Elmer Kreuzspitze über die Mittlere Kreuzspitze mit der Bschlaber Kreuzspitze verbindet. Der Pfad folgt dabei konsequent der Kammlinie, mit ständigem Auf und Ab über einzelne Erhebungen und felsige Köpfe. Phasenweise ist der Weg schmal genug, dass man automatisch langsamer und konzentrierter geht – nicht gefährlich im Sinne von Kletterei, aber durchgehend aufmerksamkeitsfordernd.

Schmaler, felsiger Gratweg zwischen Elmer und Bschlaber Kreuzspitze im Lechtal
schmaler gratweg

Immer wieder öffnen sich dabei spektakuläre Tiefblicke ins Lechtal und zu den umliegenden Gipfelketten der Lechtaler und Allgäuer Alpen – bei unserer Tour mit der angekündigten “sehr guten Weitsicht” reichte der Blick auffällig weit, bis zu Gipfeln, die wir sonst nur aus anderen Regionen kannten.

Panoramablick vom Grat der Kreuzspitzen hinunter ins Lechtal mit umliegenden Gipfelketten
panoramablick lechtal

Entlang des Grats passiert ihr mehrere felsige Vorgipfel, bevor der Weg wieder zu grasigen Kammabschnitten wird. Wer die Allgäuer Alpen gut kennt, wird hier einige Gipfel wiedererkennen, die von anderen Touren vertraut aussehen – für uns einer der schönsten Momente der ganzen Strecke, weil sich bekannte Berge plötzlich aus einer ganz neuen Perspektive zeigten.

Gratkamm der Kreuzspitzen mit Panoramablick zu den Allgäuer und Lechtaler Alpen
gratkamm panorama allgaeu

Der höchste Punkt der gesamten Tour liegt auf der Bschlaber Kreuzspitze: Die offizielle Gipfelhöhe wird mit 2462 m angegeben, unsere eigene GPS-Aufzeichnung maß an dieser Stelle 2483 m (GPS-Messungenauigkeiten am Gipfel sind dabei normal, die genaue Zahl schwankt je nach Quelle leicht). So oder so: der höchste und eindrucksvollste Punkt der Tour, mit einem Gipfelkreuz und 360-Grad-Rundumsicht über weite Teile der Lechtaler und Allgäuer Alpen.

Höchster Punkt der Tour auf der Bschlaber Kreuzspitze, aufgezeichnet auf 2483 Metern
hoechster punkt 2483m

Etappe 4: Abstieg über die Bortigscharte nach Bschlabs

Am Gipfel der Bschlaber Kreuzspitze dreht die Route Richtung Tal. Der Abstieg führt zunächst weiter über den Grat, dann über ausgedehnte, steile Bergwiesen zur Bortigscharte, wo auch der Anhalter Höhenweg kreuzt. Hier beginnt der eigentliche, lange Abstieg nach Bschlabs – konditionell unterschätzt man diesen Teil leicht, weil der schwierigste Teil der Tour ja eigentlich schon hinter einem liegt.

Dieser letzte Abschnitt zog sich bei uns deutlich länger als erwartet – wir erreichten die Bortigscharte bereits im goldenen Licht des späten Nachmittags, und die steilen, teils weglosen Grasflanken im oberen Abstiegsbereich verlangten noch einmal volle Aufmerksamkeit, bevor der Weg unterhalb der Scharte wieder deutlicher wurde.

Goldenes Abendlicht auf dem Grat beim Abstieg von der Bschlaber Kreuzspitze Richtung Bortigscharte
goldene stunde grat

Der Weg hinunter nach Bschlabs führt über den Ortsteil Egg, zunächst noch über offene Wiesenhänge, später durch Wald. Bei uns wurde es auf diesem letzten Stück bereits dämmrig, und die Farben über dem Tal wechselten von Gold zu Blau.

Schotterweg im Abstieg nach Bschlabs in der einsetzenden Abenddämmerung
daemmerung schotterweg

Die letzten Kilometer bis zum Wanderparkplatz an der Kirche in Bschlabs sind wir bei vollständiger Dunkelheit mit Stirnlampe gegangen – technisch unproblematisch, da der Weg hier breit und gut ausgebaut ist, aber ein stimmungsvoller, sehr ruhiger Abschluss einer langen Tour. Die Lichter des Dorfs, die irgendwann zwischen den Bäumen auftauchten, waren ein willkommener Anblick.

Mit Stirnlampe beleuchteter Wiesenweg bei Dunkelheit auf den letzten Kilometern nach Bschlabs
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Varianten: Nur eine der beiden Kreuzspitzen

Nicht jeder möchte oder kann die komplette Überschreitung mit rund 11,8 km und 1600 Höhenmetern gehen. Beide Endpunkte lassen sich auch einzeln als Stichtour mit Rückweg zum selben Ausgangspunkt erreichen:

Elmer Kreuzspitze ab Elmen: Start beim Parkplatz Stablalm bei Elmen, über die Stablalm und den Kreuzspitzkamm zum Gipfel auf rund 2470 m und auf demselben Weg zurück. Kürzer als die Überschreitung, aber bereits mit ähnlich anspruchsvollem Gratgelände im oberen Teil.

Bschlaber Kreuzspitze ab Bschlabs: Start in der Ortsmitte von Bschlabs, über den Ortsteil Egg und ausgedehnte Bergwiesen zur Bortigscharte und von dort zum Gipfel auf rund 2462 m, ebenfalls auf gleichem Weg zurück. Auch hier gilt: steile, bei Nässe rutschige Grashänge im letzten, weglosen Abschnitt vor dem Gipfel.

Beide Varianten eignen sich gut, um den Charakter des Gratgeländes kennenzulernen, bevor man sich an die komplette Überschreitung mit Bus-Zubringer wagt – und sie sind auch ohne ÖPNV-Logistik an einem Tag mit Rückfahrt zum eigenen Auto machbar.

Schwierigkeit & Anforderungen

Diese Tour ist nichts für den ersten Alpinausflug. Sie richtet sich an erfahrene Wanderer mit guter Grundkondition und sicherem Tritt im alpinen Gelände. Technisch ist nirgends Kraxeln oder Kletterei nötig, aber der lange Gratabschnitt über die drei Kreuzspitzen verläuft über weite Strecken ausgesetzt, mit teils steilen Grashängen und felsigem Untergrund. Schwindelfreiheit ist Voraussetzung, ebenso Trittsicherheit und die Fähigkeit, auch bei aufkommendem Wind oder Nebel auf dem Grat die Orientierung zu behalten.

Mit rund 11,8 km Streckenlänge, rund 1600 Höhenmetern im Aufstieg und einem Gipfel auf fast 2500 m ist außerdem Ausdauer gefragt – kalkuliert ausreichend Zeitpuffer ein, besonders wenn ihr wie wir in der zweiten Jahreshälfte unterwegs seid und die Tage bereits kürzer werden. Wer unsicher ist, ob die Tour zum eigenen Erfahrungslevel passt, sollte vorher die beiden Einzeltouren zur Elmer Kreuzspitze bzw. zur Bschlaber Kreuzspitze separat gehen – beide sind für sich genommen bereits anspruchsvoll und geben einen guten Eindruck vom Gratcharakter, bevor man sich an die komplette Überschreitung wagt.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange dauert die Überschreitung von der Elmer zur Bschlaber Kreuzspitze?

Die reine Gehzeit liegt je nach Kondition und Pausen bei rund 7 bis 9 Stunden; der Wegweiser an der Stablalm nennt für die Gesamtroute von dort bis Bschlabs rund 9 Stunden reine Gehzeit. Rechnet mit Fotostopps, längeren Pausen und einem frühen Start einen vollen Tag ein – bei uns waren es inklusive aller Pausen knapp zwölf Stunden von der ersten Busfahrt bis zur Ankunft am Auto.

Ist die Tour auch als Tagestour mit Rückfahrt per Bus möglich?

Ja – genau das ist der Clou dieser Route. Ihr parkt in Bschlabs, fahrt morgens mit dem Regiobus 155 nach Elmen und wandert die Strecke bis zurück zu eurem Auto. Prüft vorab die aktuellen Busfahrpläne beim VVT.

Braucht man Klettersteig-Ausrüstung für den Grat?

Nein. Der Weg ist technisch ein anspruchsvoller Bergwanderweg, kein Klettersteig – es gibt keine Drahtseilsicherungen und keine Kletterstellen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung sind aber Voraussetzung, da der Grat über weite Strecken ausgesetzt verläuft.

Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?

Auf dem direkten Streckenverlauf nicht wirklich – die Stablalm liegt am Anfang des Aufstiegs, danach folgt bis Bschlabs keine bewirtschaftete Hütte mehr. Nehmt daher ausreichend Verpflegung und Wasser mit.

Welche Jahreszeit eignet sich am besten?

Grundsätzlich die schneefreie Saison von etwa Ende Juni bis Anfang Oktober. Die steilen Grashänge am Auf- und Abstieg werden bei Nässe, Schnee oder Eis schnell rutschig und sollten dann gemieden werden.

Gibt es Besonderheiten durch den Naturpark Tiroler Lech zu beachten?

Der eigentliche Gratweg der Kreuzspitzen-Überschreitung liegt oberhalb der geschützten Flussauen und ist von den Betretungsregeln der Schotterbänke (wichtig vor allem im Frühling/Frühsommer wegen bodenbrütender Vögel) nicht direkt betroffen. Grundsätzlich gilt im Naturpark aber Wegegebot – bleibt also auf den markierten Pfaden, auch wenn das Gelände am Grat stellenweise zum freien Herumstreifen einlädt.

Unser Erfahrungsbericht

Was diese Tour für uns besonders gemacht hat, war die Kombination aus perfektem Wetter und fast vollständiger Einsamkeit – obwohl die Bedingungen an diesem 26. September nicht besser hätten sein können (nicht zu heiß, nicht zu kalt, leicht windig, sehr gute Weitsicht), sind wir kaum anderen Wanderern begegnet. Gerade auf dem langen Gratabschnitt über die drei Kreuzspitzen hatten wir das Gefühl, die Berge für uns allein zu haben.

Der Bus-Zubringer am Morgen war für uns ein echter Pluspunkt: Keine Logistik mit zwei Autos, keine Zeitnot wegen eines Shuttles, einfach entspannt einsteigen und losgehen. Diese Art der Tourplanung würden wir jederzeit wieder so machen – sie hat der ganzen Tour von Anfang an eine ruhige, unaufgeregte Note gegeben.

Wo wir ehrlich sein müssen: Wir haben die Länge und vor allem den langen Abstieg nach Bschlabs unterschätzt. Dass wir die letzten Kilometer im Dunkeln mit Stirnlampe gegangen sind, war am Ende kein Beinbruch – der Weg ist dort breit und unproblematisch –, aber es hat uns gezeigt, wie wichtig ein früher Start und realistische Zeitplanung bei einer Tour dieser Länge sind, besonders wenn die Tage schon kürzer werden. Beim nächsten Mal würden wir vermutlich noch eine Stunde früher starten, um die goldene Stunde am Grat zu erleben, statt sie schon beim Abstieg zu verbringen.

Unser Fazit: Eine der eindrucksvollsten Gratwanderungen, die wir in den Lechtaler Alpen bisher gemacht haben – anspruchsvoll, einsam, mit einer grandiosen Rundumsicht über weite Teile der Lechtaler und Allgäuer Alpen. Würden wir sie wieder machen? Ja, auf jeden Fall.

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Tobi

Hi, ich bin Tobi. Ich liebe es, neue Gegenden zu entdecken und vor allem eine gute Aussicht zu genießen. Auf unseren Ausflügen filme ich gerne den Weg und die Highlights mit. Mehr erfährst du auf unserer About-Seite.

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